Satzung der St. Sebastianus Bruderschaft Lind 1601 e. V.



§ 1 Name, Sitz und Zweck

1. Der Verein führt den Namen St. Sebastianus Bruderschaft Lind 1601 e. V. Er ist in das Vereinsregister beim Amtsgericht Geldern eingetragen und hat seinen Sitz in Rheurdt-Schaephuysen-Lind.

2. Die Bruderschaft ist eine Vereinigung von Männern und Frauen, die sich zu den Grundsätzen und Zielen des „Bundes der Historischen Deutschen Schützen-bruderschaften e. V.“ bekennt.

3. Die Bruderschaft verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgaben-ordnung. Getreu dem Wahlspruch der Historischen Deutschen Schützenbruder-schaften für „Glaube, Sitte und Heimat“ wird der Satzungszweck verwirklicht durch:

a) Pflege des Brauchtums
b) Erhaltung des Bruderschaftsgedankens und Förderung der Brauchtums-pflege
c) Erfüllung gesellschaftspolitischer Aufgaben als Linder Verein
d) Tätige Nachbarschaftshilfe
e) Unterstützung von kulturellen Veranstaltungen und sozialer Maßnahmen der Kirche oder Zivilgemeinde
g) religiöse Lebensführung
h) Bemühungen um Ausgleich sozialer und konfessioneller Spannungen im Geiste echter Brüderlichkeit

§ 2 Gemeinnützigkeit

Die Bruderschaft dient ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Zwecken. Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Gewinnanteile und in ihrer Eigen-schaft als Mitglied keine sonstigen Zuwendungen aus Mitteln der Bruderschaft. Sie erhalten bei ihrem Ausscheiden oder Auflösen der Bruderschaft ihre eingezahlten Kapitalanteile und den gemeinen Wert ihrer geleisteten Sacheinlagen nicht zurück. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Bruderschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Der Verein ist selbstlos tätig. Er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

§ 3 Mitgliedschaft

Beitragspflichtige Mitglieder können Männer und Frauen werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und die Bestimmungen dieser Satzung anerkennen. Schulpflichtige Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs können mit schriftlicher Zustimmung eines Erziehungsberechtigten beitragsfrei aufgenommen werden.

Das Gesuch um Aufnahme ist an den Vorstand zu richten. Über die Aufnahme entscheidet der Vorstand mit 2/3-Mehrheit.

Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, Tod oder Ausschluss. Der Austritt ist schriftlich gegenüber dem Vorstand zu erklären. Das ausscheidende Mitglied hat auf das Vermögen und auf die eingezahlten Beiträge der Bruderschaft keinen Anspruch. Auch ein Anspruch auf Auseinandersetzung steht ihm nicht zu.

Ein Mitglied kann ausgeschlossen werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Ein wichtiger Grund ist insbesondere dann gegeben, wenn das Mitglied das Ansehen und die Interessen der Bruderschaft oder des Bundes schädigt. Das gleiche gilt, wenn es mit dem Beitrag mehr als ein Jahr im Rückstand bleibt. Über den Aus-schluss entscheidet der erweiterte Vorstand mit 2/3-Stimmenmehrheit. Ein aus-geschlossenes Vorstandsmitglied scheidet mit der Rechtswirksamkeit der Ausschlussentscheidung aus seinem Amt aus. Bis zur Rechtswirksamkeit ist es vom Amt suspendiert

Gegen die Entscheidung des Vorstands hat das ausgeschlossene Mitglied das Recht der Beschwerde beim Schiedsgericht des Bundes der Deutschen Historischen Schützenbruderschaften.

Mitglieder, die einmal aus der Bruderschaft ausgeschlossen worden sind, können nicht mehr aufgenommen werden.

§ 4 Pflichten und Rechte

Jedes Mitglied ist verpflichtet, den von der Mitgliederversammlung festgesetzten Jahresbeitrag zu zahlen und hat das Recht, sich an den Veranstaltungen zu beteiligen.

An kirchlichen Veranstaltungen der Bruderschaft sowie am Begräbnis eines Mitgliedes sollen sich die, denen es möglich ist, beteiligen. Jedes Mitglied hat das Recht auf den Königsschuss und auf ein repräsentatives Amt in der Bruderschaft. Der Schützenkönig muss volljährig sein.

§ 5 Organe der Bruderschaft

Organe der Bruderschaft sind:

a) die Mitgliederversammlung
b) der Vorstand

§ 6 Mitgliederversammlung

Jährlich, möglichst im Januar, ist eine ordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Außerordentliche Mitgliederversammlungen können bei Bedarf einberufen werden. Sie müssen einberufen werden, wenn mindestens 10 vom Hundert (1/10) der Mitglieder sie schriftlich unter Angabe der Gründe beim 1. Brudermeister beantragen.

Die Mitgliederversammlung wird vom 1. Brudermeister oder seinem Stellvertreter einberufen und geleitet.

Zur Mitgliederversammlung ist mindestens eine Woche vorher schriftlich unter Angabe der Tagesordnung einzuladen. Änderungen der Tagesordnung sind dem Brudermeister oder seinem Stellvertreter bis drei Tage vor der Mitglieder-versammlung schriftlich mitzuteilen.

Jede ordnungsgemäß einberufene Mitgliederversammlung ist ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienen beschlussfähig. Abgestimmt wird durch Handzeihen. Auf Verlangen eines Mitgliedes ist schriftlich abzustimmen.

Zur Annahme des Beschlusses ist die einfache Stimmenmehrheit ausreichend, soweit diese Satzung nichts anderes bestimmt.

§ 7 Aufgaben der Mitgliederversammlung

Aufgaben der Mitgliederversammlung sind

1. Wahl des Vorstands, des Festausschusses und der Rechnungsprüfer
2. Entgegennahme der Berichte des Vorstands und der Rechnungsprüfer
3. Entlastung des Vorstands nach Rechnungslegung
4. Festsetzung der Mitgliedsbeiträge
5. Änderung der Satzung
6. Auflösung der Bruderschaft
7. Festsetzung des Königsgeldes

Anträge und Beschlüsse der Mitgliederversammlung sind in ein Protokollbuch einzutragen und vom 1. Brudermeister oder dem Stellvertreter und dem Protokollführer zu unterzeichen.

§ 8 Vorstand

Der Vorstand besteht aus

a) dem geschäftsführenden Vorstand:

1. BrudermeisterStellvertretender BrudermeisterSchriftführerStellvertretender SchriftführerKassierer
b) dem erweiterten Vorstand:

Pfarrer als geistlicher PräsesAmtierender KönigStellvertretender KassiererGeneralFestausschussEhrenbrudermeister
Alle Vorstandsmitglieder, der Festausschuss sowie die Himmelsträger werden für 2 Jahre gewählt; sie bleiben jedoch bis zur Neuwahl des Vorstands im Amt.

Der 1. Brudermeister, der Schriftführer, der Kassierer und zwei Mitglieder des Festausschusses sowie die Fahnenoffiziere werden in den Jahren mit ungerader Jahreszahl gewählt; die Stellvertreter, zwei Mitglieder des Festausschusses, der Major/General und die Himmelsträger in den Jahren mit gerader Jahreszahl.

§ 9 Vorstand im Sinne des § 26 BGB

Der Vorstand des Vereins im Sinne des § 26 BGB besteht aus dem Geschäfts-führenden Vorstand (vgl. § 8 a).

Zwei Mitglieder des Vorstands vertreten gemeinsam, darunter müssen sich der 1. Brudermeister oder der stellvertretende Brudermeister befinden, den Verein.



§ 10 Aufgaben des Vorstands

Aufgaben des Vorstands sind:

Führung der laufenden GeschäfteRechnungslegung über das abgelaufene GeschäftsjahrErstattung des TätigkeitsberichtsBeschlussfassung über AufnahmeanträgeAusschluss eines Mitglieds mit 2/3-MehrheitZulassung zum KönigsschussEntscheidung über andere Anträge
Die Vorstandssitzungen sind vom 1. Brudermeister oder dessen Stellvertreter einzuberufen und werden von ihm geleitet. Die Beschlüsse sind vom Schriftführer schriftlich festzuhalten.

§ 11 Aufgaben des Festausschusses

Der Festausschuss besteht aus vier Mitgliedern. Zu den Aufgaben des Festaus-schusses gehören die Organisation und die Durchführung der in einem Jahr anfallenden Feste, wie z. B. das Sommerfest, das Skatturnier etc.

Der Geschäftsführende Vorstand ist zu gegebenen Zeiten über den Stand der Vorbereitungen der einzelnen Feste zu unterrichten; die Zustimmung des Vorstands ist einzuholen.

§ 12 Aufgaben des 1. Brudermeisters usw.

Der 1. Brudermeister ist Repräsentant der Bruderschaft. Er beruft die Sitzungen des Vorstands und die Mitgliederversammlungen ein. Er bestimmt, wer die Versamm-lung leitet.

Der Stellvertretende Brudermeister vertritt den 1. Brudermeister im Falle seiner Verhinderung.

Dem Schriftführer obliegt das Schriftwesen der Bruderschaft und die sichere Verwahrung der gesamten Schriftwerke. Er fertigt die Protokolle der Mitglieder-versammlungen und die Jahresberichte. Ferner sind die Beschlüsse der Vorstands-sitzungen schriftlich festzuhalten. Außerdem unterliegt dem Schriftführer die Führung und Verwaltung der Mitgliederliste der Bruderschaft. Der Stellvertretende Schriftführer unterstützt den Schriftführer bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben.
Der Kassierer verwaltet die Finanzen der Bruderschaft. Er hat alle Einnahmen und Ausgaben mit der entsprechenden Sorgfalt aufzunehmen und die Belege zu verwahren. Er hat den Jahresabschluss zu erstellen und die Rechnung zu legen. Er stellt die Zahlungsanweisungen aus. Geldmittel sind bankmäßig anzulegen. Bei den vorgenannten Aufgaben wird der Kassierer durch seinen Stellvertreter unterstützt.

Der Präses wahrt die geistigen und kirchlichen Aufgaben der Bruderschaft.

Der König ist Repräsentant der Bruderschaft. Der König kann seine Minister selbst bestimmen. Er trägt in den Regierungsjahren die Verantwortung für das Königs-silber und sorgt für dessen Pflege. Der König muss bis zum Ende seiner Amtszeit eine Plakette für das Königssilber stiften.

Der General leitet die Aufzüge der Bruderschaft in der Öffentlichkeit. Im Falle seiner Verhinderung übernimmt der 1. Brudermeister oder ein von ihm bestimmtes Bruderschaftsmitglied diese Aufgabe.

§ 13 Rechnungsprüfer

Von der Mitgliederversammlung sind 2 Rechnungsprüfer zu wählen. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Die Rechnungsprüfer haben einmal in jedem Jahr die Kasse der Bruderschaft zu prüfen. Sie erstatten der Mitgliederversammlung einen Prüf-bericht und beantragen die Entlastung des Vorstands.

§ 14 Schützenfest der Bruderschaft

Das Schützenfest der Bruderschaft sollte spätestens alle 5 Jahre ausgerichtet werden. Das Königsschießen ist mindestens 2 Wochen vor dem Schützenfest durchzuführen. Fällt der Königsschuss bevor die ausgesetzten Preise abgeschossen sind, stehen diese dem neuen König zu. Lässt ein Bruderschaftsmitglied den Vogel nach erfolgtem Abschuss wieder aufsetzen, so muss das Mitglied ein Drittel des Königsgeldes tragen. Sollte beim Königsschießen kein neuer König ermittelt werden, tritt der erweiterte Vorstand innerhalb einer angemessenen Frist (Mitte der nächsten Woche) zusammen. Er beschließt den weiteren Verlauf des Schützenfestes.

Die Termine für das Königsschießen und für das Schützenfest werden von der Mitgliederversammlung festgelegt.

Aus Anlass des Schützenfestes findet ein Hochamt statt, zu dem der König mit seinen Ministern in einem festlichen Zug abgeholt werden. An einem von der Mitgliederversammlung zu bestimmenden Tage ist der Schützenumzug mit Parade. Und als Höhepunkt des Tages findet der Königsgalaball statt.

Der Schützenkönig und seine Minister erhalten aus der Bruderschaftskasse einen durch die Mitgliederversammlung festgelegten Geldbetrag zur Abgeltung der Kosten.
§ 15 Sonstige Veranstaltungen

a) Kirchliche Veranstaltungen

Die Bruderschaft beteiligt sich mit der Fahnenabordnung und dem amtierenden König mit Ministern an der Fronleichnamsprozession sowie an den Kirchgängen zum Christkönigsfest und Patronatsfest. Die Hochämter zum Schützen- und Patronatsfest werden für die lebenden und verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft gehalten.

b) Weltliche Veranstaltungen

Auf schriftliche Einladung an den Vorstand beteiligt sich die Bruderschaft an sonstigen Veranstaltungen, z. B. Schützenfesten der Nachbarvereine, Straßenfesten, Jubiläumsveranstaltungen anderer Vereine etc. Über die Teilnahme der Bruderschaft entscheidet der Vorstand.

§ 16 Kunst und Kultur

Der Vorstand hat darüber zu wachen, dass die alten Besitztümer der Bruderschaft, insbesondere das Königssilber, historische Fahnen, Urkunden und Protokollbücher sorgfältig und sicher aufbewahrt werden.

§ 17 Satzungsänderungen

Zur Änderung der Satzung der Bruderschaft ist die Mehrheit von ¾ der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder erforderlich. Auf den Punkt „Satzungsänderungen“ muss inhaltlich auf der Tagesordnung der Mitgliederversammlung besonders hingewiesen werden. Die Einladungsfrist gemäß § 6 wird in diesem Falle auf 14 Tage verlängert.

§ 18 Soziale Fürsorge

Die St. Sebastianus Bruderschaft sorgt auch auf sozialem Gebiet für ihre Mitglieder. In Not geratenen Mitgliedern kann der Beitrag teilweise oder ganz erlassen werden. Niemand darf von der Mitgliedschaft ausgeschlossen werden, weil er arm oder bedürftig ist. Der Vorstand sorgt für eine ausreichende (ortsübliche bzw. vereins-übliche) Versicherung.

§ 19 Aufhebung

Alle aus früheren Jahren stammenden und dieser Satzung widersprechenden Beschlüsse und Gepflogenheiten werden mit Annahme dieser Satzung außer Kraft gesetzt.

§ 20 Auflösung der Bruderschaft

Über die Auflösung der Bruderschaft entscheidet eine für diesen Zweck einberufene Mitgliederversammlung, zu der 14 Tage vorher schriftlich eingeladen werden muss. Der Beschluss bedarf einer Mehrheit von ¾ der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder. Die Auflösung kann jedoch nicht beschlossen werden, solange sich noch 7 Mitglieder für das Fortbestehen der Bruderschaft erklären.

Im Falle der Auflösung der Bruderschaft oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt ihr Vermögen an die St. Antonius-Pfarre in Kempen-Tönisberg. Diese soll das Vermögen unmittelbar und ausschließlich zu gemeinnützigen und mildtätigen Zwecken verwenden, jedoch etwaige Sachwerte, wie Fahne, Königssilber, Urkunden und Protokollbücher aufbewahren. Über die Sachwerte ist ein Inventarverzeichnis zu erstellen und dem zuständigen Pfarrer zu übergeben. Im Falle der Neugründung einer Bruderschaft in der Pfarre mit gleicher Zielsetzung sind die Sachwerte der neu gegründeten Bruderschaft zu übergeben.

§ 21 Haftung

Für Verbindlichkeiten jeglicher Art, die durch das Bestehen der Bruderschaft, Handlungen oder Unterlassungen seiner Organe oder sonstige, ihr zurechenbare haftbegründete Tatbestände entstehen, haftet nur das Bruderschaftsvermögen.

§ 22 Inkrafttreten

Diese Satzung wurde aufgrund der Mitgliederversammlung vom 28.01.2005 geändert, in der darüber entschieden wurde, das Männer und Frauen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und die Bestimmungen dieser Satzung anerkennen, beitragspflichtig aufgenommen werden können. Schulpflichtige Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres können mit schriftlicher Zustimmung eines Erziehungsberechtigten beitragsfrei aufgenommen werden.

Mit der erforderlichen ¾-Mehrheit wurde die Satzungsänderung beschlossen. Diese Satzung tritt mit dem 28.01.2005 in Kraft.

Diese Satzung ist in das Vereinsregister beim Amtsgericht Geldern einzutragen und setzt alle früheren Satzungen der Bruderschaft außer Kraft.

Schaephuysen-Lind, den 28.01.2005



Eingetragen im Vereinsregister, Registerblatt VR 30896, des Amtsgerichts Kleve am 10.12.2012